Aktuelles aus dem Russischen Haus — Winterspiele und Berlinale

Am Sonntagnachmittag (09. Februar 2014) wurde im linken Ausstellungsraum auf der 1. Etage des Russischen Hauses der Kultur und Wissenschaften (Friedrichstraße 176-179) im Beisein des noch neuen Direktors des Russischen Hauses, Oleg Ksenofontow, eine Gemäldeausstellung mit dem Titel «Déjà Vu Kino» eröffnet, die thematisch zur gerade laufenden Berlinale passt. Zur Vernissage waren einige Künstler der weißrussischen Künstlergruppe C/A/C anwesend. Die Abkürzung C A C steht für Concept Art Confession.

Weitere Veranstaltungen für Februar und März im Russischen Haus in Berlin …

 

Eröffnung der Ausstellung "Deja Vu Kino im Russischen HausIch war bei der Vernissage im Ausstellungssaal 6 dabei und möchte diese kleine Ausstellung den Kinofreunden und Freunden des russischen Films und der Malerei empfehlen. Man braucht zum Betrachten der Ölbilder wohl nicht mehr als 20 Minuten, wenn man keine Gelegenheit zu einer Unterhaltung mit den Künstlern hat.

Die Künstlergruppe C/A/C aus der belarussischen Hauptstadt Minsk besteht aus den Künstlern Oleg Shobin, Iren Kova, Andrey Belov, Anna Aparina, Svetlana Shalay und Bazinato. Die einzelnen Künstler sind mit den Eröffnungsreden nicht vorgestellt worden. Vielleicht wollen Sie hier nur als Gruppe wahrgenommen werden. Vielleicht fehlten ein paar Mitglieder.

Mit zwei Künstlern habe ich mich etwas unterhalten. Es geht bei den Bildern um die Verbindung des russischen Kinos mit dem internationalen Kino

Die Sammlung wächst stetig. Jetzt besteht sie aus 30 Bildern, sagte mir einer der Künstler, vielleicht war das Oleg Shobin. Sie soll bis auf 100 Bilder erweitert werden. Auf einem Bild waren noch die Namen mehrerer Filme gemalt, soviel ich verstand. Aber sonst zeigt ein Bild jeweils einem Film, verstand ich. Die Künstler reisen mit den Bildern durch Europa. Sie stellten schon in Venedig während der Internationalen Fiilmfestspiele dort aus, auch während des Internationalen Filmfestivals in Rom oder sogar anlässlich des Filmfestivals Tribeca in New York. Und im Juni 2014 wird sie in Moskau zu sehen sein, zum Internationalen Filmfestival, im Ausstellungssaal «Manege» (vermutlich neben dem Einkaufszentrum Ochotnui Rjad gegenüber dem Kreml?) Eine Werkstatt hat die Gruppe in Prag.

Die Bilder werden in drei Arbeitsschritten hergestellt, jeweils von einem anderen Künstler ausgeführt. Der erste zeichnet die Linien, die nächste malt aus, die oder der dritte beschäftigt sich noch mit den Buchstaben, also den Techniken, mit denen die Namen der Filme und Künstler aufgetragen werden.

Die Künstler werden sich selbstverständlich einige Berlinale-Filme ansehen. Nachher wollte man sich noch mit Regisseur Lars von Trier treffen. Dessen Namen habe ich auf einem der ausgestellten Gemälde gesehen. Mit dem Film «Nymphomaniac Er wurde ja, wie ich nach der Rückkehr spät in der Nacht hörte, frenetisch gerade mit diesem Film gefeiert. Das ist also ganz frisch.

Einige Namen, die auf den Bildern auftauschen:

Andrej Tarkowski —  Nostalgie (Achtung: der Dokumentarfilm «Moskauer Elegie» über Tarkowski, von Alexander Sokurow läuft am 14.02.2014 im Kino Babylon (am Rosa-Luxemburg-Platz)

Larisa Schepitko — Aufstieg (Der Film lief vor ein paar Jahren auf der Berlinale, sagte mir einer der Künstler. Genauer: 1977 mit einem Goldenen Bären geehrt)

Alexander Sokurow — Faust (nach Johann Wolfgang Goethe, mit dem österreichischen Schauspieler Johannes Zeiler und der deutschen Schauspielerin Hanna Schygulla)

Charlotte Gainsbourg — Nymphomaniac (Regisseur: Lars von Trier — jetzt auf der Berlinale)

Arkadij und Boris Strugatzki —

Film «Schindlers Liste»

Die Ausstellung mit Bezügen zu einigen allgemein sehr bekannten Filmen, kann nur bis zum 15. Februar 2014 besichtigt werden.

Nach der Ausstellung widmete ich meine Freizeit der Berlinale und sah dann auch noch einen dreistündigen Film, der aus 18 Kurzfilmen besteht. Aber davon noch später.

Aktuelles aus dem Russischen Haus:

Im Erdgeschoss des Russischen Hauses ist in einem offenen Ausstellungsraum eine Fernsehzone zur Verfolgung der Winterolympiade in Sotschi eingerichtet. Hier wird russisches Fernsehen gezeigt, über einen Beamter. Der Ton kommt von hinten. Wer also keinen Fernseher besitzt und auch kein Geld für Getränke in einer Sportbar übrig hat oder seine russischen Sprachfertigkeiten trainieren will, kann das hier mit seinem Sportinteresse verbinden. Allerdings ist das Bild an der Wand ziemlich matschig. Nicht schlecht wäre es, wenn nebenan das Café geöffnet hätte. Dort gibt es auch noch einen Flachbildschirm, auf dem die Winterolympiade gestern auf einem anderen russischen Kanal gezeigt wurde.

Im ersten Stock des Foyers, zwischen den beiden äußeren Ausstellungsräumen hinter Glas (in dem auf der rechten Seite werden bis zum 14. Februar Fotos vom russischen Fest in Karlshorst vom Juni 2013 gezeigt) kann man an der Fotogalerie sich Bilder von den Sportstätten der Olympiade ansehen, die zwischen 2010 und 2013 entstanden.

Und im Eingangsbereich innen liegt die aktuelle Ausgabe von Russland Heute aus. Natürlich speziell der Winterolympiade in Sotschi gewidmet. Und auf der letzten Seite ein Beitrag zum in Berlin lebenden russischen Künstler Dmitri Wrubel

Weitere Veranstaltungen im Hause in den nächsten Tagen:

11.02.2014, 19.00 Uhr: Modefestival mit russischer Mode: Dienstag; Eintritt frei!

25.02.2014, 18.00 Uhr: Tag des russischen Films: «Gosudarynja Rasboinik» = Die Herrscherin und der Räuber, Russland 2009, Eintritt frei

04./05. März 2014, jeweils 17.00 Uhr: Filmseminar mit Filmwissenschaftler Hans-Joachim Schlegel in deutscher Sprache: «Alexander Sokurow japanische Trilogie» (derselbe Regisseur wie oben genannt). Eintritt frei!

Noch mal zur 64. jetzt laufenden Berlinale. Russland ist mit dem Animationsfilm «Mein eigener Elch»vertreten, mit dem Regisseur Leonid Schmelkow.

Na dann noch viel Spaß beim Filme anschauen!

Posted in Berlin+Umgebung, Berlinale
Monday, 10. February 2014